Wie du Zwangspausen für dich nutzen kannst

Meditation

Es ist an der Zeit sich neu zu erfinden. Sich zu überdenken, größer zu träumen, Pläne zu schmieden und neue Wege einzuschlagen. Es ist die Chance sich selbst wieder näher zu kommen. Seinem Ich mit all seinen Träumen und Wünschen, aber auch Ecken und Kanten und dunkleren Seiten wieder näher zu kommen. Wir wurden in eine Zwangspause geschickt. Wir werden auf den Prüfstand gestellt. Wie lange halten wir es mit uns selbst aus? Wie sehr lieben wir uns selbst, um uns etwas Gutes zu tun und gerne Zeit mit uns zu verbringen?

Der Coronavirus.

Ich spare es mir zu erklären, was der Coronavirus ist. Fakt ist, dass unser Leben durch die Maßnahmen, die zur Verlangsamung der Ausbreitung des Virus‘ und zur Bekämpfung ergriffen wurden, massiv eingeschränkt ist. Kulturelle und soziale Angebote wurden gestrichen und die Arbeitszeiten wurden zum großen Teil gekürzt oder ins Home Office verlegt. Zwar gibt es zum großen Teil in Deutschland noch keine Ausgangssperre, aber es wird an den gesunden Menschenverstand appelliert: Wir sollen in Quarantäne bleiben, nur noch im Notfall das Haus verlassen. Uns wurde eine Zwangspause verordnet.

Corona und Pandemie werden vermutlich die Wörter des Jahres. Und ich kann es ehrlich gesagt nicht mehr hören, aber ich habe keine andere Wahl als es anzunehmen. Sämtliche Aktivitäten, denen ich sonst nachgehe, fallen weg. Kein Tanzen mehr, kein Gesangsunterricht, kein Fitnessstudio, kaum soziale Kontakte. Aber dadurch habe ich mehr Zeit. Mehr Zeit für mich und für die Dinge, die ich doch schon so lange mal wieder machen wollte. Gitarre spielen, Fotografieren (man kann ja auch drinnen fotografieren – eine neue Challenge für mich), mehr lesen, intensiver Yoga machen, Französisch lernen, kreativ schreiben, Malen. Plötzlich habe ich die Zeit. Und das tut gut. Es ist die Chance, mehr im Flow zu leben und mehr das zu tun, was ich gerne tue oder schon lange tun möchte. Es ist nicht so, dass ich nicht liebe, was ich normalerweise mache, aber es ist der enge Terminplan, der damit einhergeht, der mir Schwierigkeiten bereitet. Den ich mir ein Stück weit allerdings auch selbst auferlegt habe. Aber das ist ein ganz anderes Thema. Ich sehe die Zwangspause als Chance, sich selbst besser kennen- und lieben zu lernen. Ich sehe die Zwangspause als Chance für unsere Gesellschaft, mit mehr Achtsamkeit und mit neuem Fokus auf die wirklichen wichtigen Dinge zu leben.

Jeder sollte für sich entscheiden, wie er mit der Situation und der damit einhergehenden Zwangspause umgeht.

Deswegen werde ich dir hier auch keine Anleitung geben, wie Du jetzt zu leben und zu denken hast. Aber ich möchte dir Tipps geben, wie Du die Situation und die Zeit, die Du jetzt mit Dir verbringen musst, nutzen kannst und wie Du durch eine positivere Einstellung ein inneres Gleichgewicht herstellst beziehungsweise beibehälst. Es geht mir darum, Dir eine andere Perspektive aufzuzeigen und Dich zum Nachdenken zu bringen.

Die Tipps lassen sich im Übrigen nicht nur jetzt anwenden. Wir sind öfter im Leben durch zum Beispiel Krankheiten dazu gezwungen, eine Zwangspause einzulegen. Immer wieder begegne ich Menschen, die nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Auch da helfen diese Tipps.

Tipp 1 – Akzeptiere die Situation.

Du kannst Dir endlos Sorgen machen, was alles passieren könnte. Aber mal ehrlich: Es bringt nichts. Ja, wir alle sollten die Lage ernst nehmen und ja, wir müssen uns auf massive Änderungen und Nachwirkungen einstellen. Aber gerade jetzt lässt sich nichts planen und nichts abschätzen. Tue Dir selbst einen Gefallen und nehme die Situation so an wie sie ist. Akzeptiere es und versuche das Positive darin zu sehen. Veränderungen bedeuten auch neue Chancen. Gute Chancen.

Tipp 2 – Mache Dir eine To-Do-Liste.

Setze Dich hin und überlege Dir, was es für Dinge in Deinem Leben gibt, die Du schon lange vor Dir herschiebst oder die Du schon lange mal ausprobieren, mehr machen oder mal wieder anfangen wolltest. Du kannst Dir neue Hobbys suchen wie Malen und Zeichnen, Videos drehen, Schreiben, Sport (den man auch drinnen machen kann), ein Instrument oder eine Sprache lernen oder irgendetwas anderes lernen, was Dich schon lange interessiert. Oder Du nimmst ein altes Hobby wieder auf. Ich wollte zum Beispiel schon lange wieder anfangen Gitarre zu spielen. Jetzt ist die Chance dazu.

Tipp 3 – Setze Dich mit Dir selbst auseinander.

Selten sind wir über längeren Zeitraum in diesem Ausmaß mit uns selbst konfrontiert. Die Zeit sollten wir nutzen und es auch zulassen. Beobachte Deine Gedanken. Wie gehst Du mit Dir selber um? Was denkst Du über Dich und Dein Verhalten? Was hast Du für Gewohnheiten und wie gut tun Dir diese? Was kommen Dir in so einer herausfordernden Zeit für Gedanken? Es hilft sehr, all das aufzuschreiben. Gibt es Emotionen, die Du normalerweise verdrängst und die jetzt hochkommen? Durchlebe sie, lasse sie zu. Mache die nächsten Tage und Wochen zu einem Prozess der Selbsterkenntnis und auch der Selbstheilung. Lasse alles zu, was in Dir hochkommt, akzeptiere und beobachte es. Es gibt noch so viel, was Du über Dich lernen kannst.

Tipp 4 – Besinne Dich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

In Krisenzeiten wird einem wieder bewusst, was im Leben wirklich zählt: Beziehungen. Und damit meine ich nicht nur die romantische, sondern auch die zur Familie, zu Freunden – grundsätzlich der Austausch, die Verbindung mit unseren Mitmenschen. Viele können die nächsten Tage und Wochen keine Zeit mit ihnen verbringen. Um sie zu schützen und sich selbst. Andere wiederum haben keine andere Wahl als nur noch Zeit mit ihnen zu verbringen. Beides kann herausfordernd sein. Umso wichtiger ist es, trotzdem den Kontakt zu halten beziehungsweise selbst im Gleichgewicht zu bleiben und die Zeit mit der Familie intensiv zu nutzen. Heutzutage gibt es die Möglichkeiten zu telefonieren oder auch zu skypen und dadurch den Kontakt zu halten und die Beziehung zu verbessern. Wir dürfen die Zeit nutzen und an den Beziehungen arbeiten. Wir dürfen uns daran erinnern, wie wichtig sie sind. Besonders in herausfordernden Zeiten wie diesen. Wir sind nicht dazu gemacht, still und alleine vor uns hin zu leben. Zusammen sind wir stärker.

Ich hoffe, ich konnte Dir neue Anregungen geben und Dir dabei helfen, mit einer positiveren Einstellung zu der ungewohnten Zwangspause zu mehr innerem Gleichgewicht zu gelangen.

Wie gehst Du mit dieser Zwangspause um? Lasst uns mehr miteinander connecten und uns gegenseitig zur Seite stehen und inspirieren. Gerne kannst Du mir auch Videos oder Fotos von Dir schicken, wie Du Dir die Zeit vertreibst oder was Du zu der Thematik denkst. Sende deine Beiträge einfach an youarebydebby@gmail.com oder über Instagram.

Deine Debby

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